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Migration

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt "Migration im österreichischen Fußball nach 1945" bietet die erste systematische sozialwissenschaftliche und historische Aufarbeitung migrantischer Beteiligung im österreichischen Profifußball nach 1945.

 

Durchgeführt wurde die politikwissenschaftlich-historische Forschungsarbeit von Barbara Liegl und Georg Spitaler von der Universität Wien.
Mitarbeit: Mag.a Elisabeth Kotvojs
Homepage: Mag.a Bettina Surtmann

 

Forschungsgegenstand

 

Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit beschäftigte sich mit der Entwicklung von Migration und Fußball in Österreich. Dabei standen neben Profispielern und Trainern, die als „Legionäre“ nach Österreich kamen auch Migranten, die diesen Sport in ihrer Freizeit ausübten oder eine Profikarriere einschlugen, im Mittelpunkt. Die Geschichte dieser Thematik reicht weit über 100 Jahre zurück.

 

Methodik

 

Der spezielle Fall des Fußballs wurde mit allgemeinen Phasen der Zuwanderung nach Österreich verglichen. Im Mittelpunkt steht dabei der transnationale Charakter des Fußballarbeitsmarkts, der trotz langjähriger politischer und sportlicher Zugangsbeschränkungen existierte. Für das Projekt wurde statistisches Material zu rund 1200 ausländischen Spielern und Trainern erhoben, die in den vergangenen 50 Jahren im österreichischen Spitzenfußball tätig waren. Der Bogen spannt sich von Flüchtlingen der Nachkriegsjahre bis zu Profispielern der Gegenwart. Einzelne Migrationsgeschichten und Karrieren wurden biografisch aufgearbeitet.

 

Interdependenz

 

Sichtbar wird dabei die Verwobenheit des scheinbar autonomen Felds des Fußballs mit breiteren gesellschaftlichen Entwicklungen,z.B. durch die Zugangsregelungen im Fußball, aber auch politische Rahmenbedingungen wie die Lage des neutralen Österreichs am Eisernen Vorhang. Ebenfalls deutlich wird die Bedeutung des ehemaligen Jugoslawiens und anderer Staaten Mittel- und Osteuropas für den heimischen Fußball. Rund ein Drittel aller „Legionäre“ in der obersten Liga stammte aus Jugoslawien oder seinen Nachfolgestaaten.

 

Identitätspolitik

 

Ein weiterer Teil des Projekts analysierte mediale und politische Diskussionen, die im Lauf der Jahrzehnte über Zuwanderung im Fußball geführt wurden. Für Fans gelten die Spieler auf dem Rasen als Vertreter und Identifikationsfiguren, erfolgreiche Spieler aus dem Ausland wurden zu Lieblingen des Publikums. Nicht erst seit den 1990er-Jahren und dem „Bosman-Urteil“ werden „Legionäre“ für die Krise des österreichischen Fußballs verantwortlich gemacht. Anhand ausgewählter Zeitphasen wurden Zusammenhänge zwischen Diskussionen im Fußball und politischen Diskursen über „AusländerInnen“ betrachtet. Sichtbar wird dabei die Rolle des Fußballs für Fragen von Identitätspolitik.

 

Saison 2007/08

 

Neben zahlreichen Interviews mit ehemaligen Spielern, Trainern und Funktionären wurde eine Umfrage unter den Spielern der österreichischen Bundesliga in der Saison 2007/08  durchgeführt. Sie lieferte Einblicke in Fragen von Integration und Diskriminierung im österreichischen Fußball. Ebenfalls behandelt wurde die Einbindung von Spielern der so genannten Zweiten Generation in Bundesliga und Nationalteam.

 

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung -
FWF
finanzierte das Projekt.

 

Die Ergebnisse des Projekts werden in dem Buch „Legionäre am Ball. Migration im österreichischen Fußball nach 1945“ dargestellt.

 

Weitere Informationen und Kontakt:
Georg.Spitaler(at)univie.ac.at
Barbara.Liegl(at)univie.ac.at

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